Die Konstituierung des Roma-Parlaments

Im Rahmen des fünften und bisher letzten Weltkongresses der Roma in Prag wurden im Jahr 2000 Reformen innerhalb der Internationalen Romani Union durchgeführt und neue demokratische Strukturen geschaffen. Es erfolgte die Gründung eines Roma-Parlaments, das fortan die Richtung der internen und internationalen Politik der RIU bestimmen soll.

Neben dem Parlament – es ist das beschließende Organ der Union – wurde mit dem Präsidium auch ein neues Exekutivorgan eingerichtet. Der bisherige Generalsekretär, Dr. Emil Scuka, wurde zum Präsidenten dieses 15 Mitglieder umfassenden Gremiums gewählt. Entsprechend der neuen Statuten, in denen auch die Aufgaben des Parlaments, des Präsidiums und des Gerichtshofes festgelegt sind, soll der Kongress in Hinkunft alle vier Jahre stattfinden.

Die erste Sitzung des Roma-Parlaments fand im März 2001 in Bratislava statt. Neben verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Situation der Roma in den ehemals kommunistischen Staaten beschlossen die 35 Abgeordneten, sich um die Aufnahme neuer Mitglieder zu bemühen. Man beabsichtigt vor allem, solche Roma-Organisationen einzubinden, deren Länder noch nicht im Parlament vertreten sind. Neben der geplanten Erweiterung der RUI wurde auch eine enge Zusammenarbeit mit dem RNC, dem zweiten internationalen Dachverband von Roma-Organisationen, vereinbart.

Literatur

Berliner Institut für Vergleichende Sozialforschung e. V. (ed.) (2000) Die Roma. Eine transnationale europäische Bevölkerung, Berlin.
Fraser, Angus (1992) The Gypsies. Oxford.
Mirga, Andrzej / Gheorge, Nicolae (1998) Anerkennung als Nation oder Minderheitenrechte?. In: Pogrom 199, pp. 23.
Project On Ethnic Relations (ed.) (1997) The Roma in the twenty-first century: A policy paper. Princeton.
Project On Ethnic Relations (ed.) (2001) Leadership, representation and the status of the roma. Princeton.
The Patrin Web Journal Timeline of Romani History. http://geocities.com/Paris/5121/timeline.htm.
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Erste Parlamentssitzung der Internationalen Romani Union (Bratislava), 2001