Csardas / Čardáš

(Servika-Romani: čardašis; Ungar.: "csárda", "ländliche Taverne"): ungarischer Volkstanz, der seine Bekanntheit vor allem Roma-Musikgruppen verdankt

Geschichte

Der Ursprung des Csardas geht auf die ungarischen verbunkos zurück, Tänze, die seit Anfang des 18. Jahrhunderts bei der Rekrutierung von Männern in die Armee aufgeführt wurden. Der ursprüngliche verbunkos begann als langsamer Tanz, der palotás (palota; Ungar.: Schloss) genannt wurden; darauf folgte der schnelle Csardas, der entweder als Tanz ausschließlich für Männer aufgeführt wurde oder als Paartanz, bei dem sich der Mann von der Frau löst und Soloimprovisationen darbietet. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschwand der erste, langsame Teil der verbunkos. Der Csardas wurde – neben langsamen Liedern (Hallgató) – zu einem der beiden grundlegenden Musikgenres des traditionellen Repertoires von Roma-Gruppen in Ungarn, Mähren, der Slowakei und in den Grenzgebieten von Slowenien und Kroatien. [The music of the Roma in Hungary]

Charakteristika

Der Csardas steht immer im Zweivierteltakt mit Achtelschlägen oder einfacher Synkopierung, und in schnellem Tempo, das während der Darbietung zunimmt. Die Melodie wird gewöhnlich aus zwei Perioden gebildet, die vier Textzeilen entsprechen; sie steht zumeist in Dur oder Moll, mit allfälligen Variationen. Der Tonumfang geht meist nicht über eine Oktave hinaus.

Thematisch gehört der Großteil der Csardas-Texte zu den mulatošne gil'a (Trinkliedern), einige werden den čorikane gil'a (Lieder über Armut und Verlassensein) zugeordnet. Die Form des Textes ist nicht genau festgelegt, die jeweilige Silbenanzahl der einzelnen Verse innerhalb der vierzeiligen Strophenform variiert.

Aufführung

Der Csardas ist ein musikalisches Genre, das traditionellerweise von einem Ensemble gespielt wird, bei dem die Melodieinstrumente (gewöhnlich Violinen) von einem Instrument mit harmonischer Funktion ergänzt werden (Zymbal, heutzutage Gitarre oder Akkordeon). Die übliche Reihenfolge ist: zuerst: Hallgató, dann: Csardas.

Literatur

Sárosi, Bálint (1977) Zigeunermusik. Zürich / Freiburg i. Br.
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