Bumbázi / Szájbőgőzés – Mundbass

Der Mundbass ist die charakteristische vokale Begleitung von Tanzliedern der Lovara und anderer (früher) im ungarischen Sprachgebiet lebender Vlach Roma [Musik der Vlach-Roma; khelimaski gjili]. Hierbei stößt ein Sänger scharfe, interjektionsartige Silben (z.B. bb bb; bdi bdi; hh hh) im so genannten Estam-Rhythmus aus, d.h. die geradzahligen Achtel werden akzentuiert und die ungeraden ausgelassen (2/4: ל ♪ ל ♪). Mitunter werden auch kurze schnelle Rhythmusformeln (z.B. bdi dabadaba / 1 Achtel + 4 Sechzehntel) oder rhythmische Rufe artikuliert (Hopp! Ža, šej, ža!). Währenddessen wird die Strophenmelodie von der führenden Stimme mit der, aus textlosen Klangsilben bestehenden, so genannten "Wirbeltechnik" (Ungar.: "pergetés") variiert, wobei die grundlegenden Achtel teilweise in Sechzehntel zerlegt und synkopiert werden.

Der Mundbass, der eine ähnliche Funktion wie der Kontrabass in den Streicherensembles der ungarischen "Zigeunermusik" erfüllt, wird üblicherweise von Männern ausgeführt.

Bisweilen begleiten auch die Ungrika- sowie die Servika-Roma ihre Tanzlieder mit dieser Vokaltechnik, die in Tschechien und der Slowakei als bumbázi (Romani) und in Ungarn als szájbőgőzés bezeichnet wird.

Literatur

Sárosi, Bálint (1977) Zigeunermusik. Zürich / Freiburg i. Br.
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