Zymbal (Hackbrett)

Das Zymbal (Hackbrett) ist ein Saiteninstrument des Kastenzither-Typs. Seine Saiten werden mit zwei Hämmerchen gespielt, die der Spieler in seiner Hand hält. Der Resonanzkasten hat zumeist eine trapezartige Form und weist eine unterschiedliche Anzahl an Resonanzöffnungen auf. Gewöhnlich ist das Instrument drei- oder fünfchörig, das heißt für jede Note gibt es mehrere (drei bis fünf) Saiten. Die Saiten (die meistens wie beim Klavier aus Stahl sind) werden oft durch Stege in zwei oder drei Teile geteilt. Die hölzernen Hämmer haben im Laufe der Zeit immer wieder verschiedene Formen angenommen. Die beiden Enden der Hämmer des ungarischen "cimbalom" (wie das Zymbal auf Ungarisch genannt wird) haben unterschiedliche Klangqualitäten: Ein Ende ist mit Filz überzogen, das andere nicht.

Die ältesten bekannten Instrumente dieser Art in Europa gehen auf das 15. Jahrhundert zurück (Deutschland, die Alpenregion, Italien, Polen, Ungarn, die tschechischen Länder, Nordfrankreich und England). Es gibt Belege dafür, dass sie sich im 17. Jahrhundert auch in Skandinavien und Spanien verbreitet haben. Im 17. und im 18. Jahrhundert hat sich das Zymbal dann von Europa aus auch auf die Gebiete, die unter türkischer Herrschaft standen, ausgebreitet – einschließlich Persien, wo man es santúr nannte. Dort wurde es zu einem der bekanntesten klassischen Musikinstrumente.

Im 19. Jahrhundert wurde das Zymbal – im Gegensatz zur wachsenden Beliebtheit des Klaviers als Instrument der anspruchsvollen Musik in Westeuropa – vor allem zu einem Instrument der Volksmusik und der Musik der städtischen Unterschichten, hauptsächlich in der Alpenregion und in Osteuropa. Diese Entwicklung bezieht sich in erster Linie auf Saitenensembles (zwei Violinen und ein Kontrabass) – manchmal unter Einbeziehung eines Blasinstruments (einer Klarinette) und eines Perkussionsinstruments (in Osteuropa).

1874 hat der Budapester Instrumentenbauer J. Schunda einen großen Typ eines mit Pedalen versehenen chromatischen Konzert-Zymbals (Länge: 160 cm) mit einem über vier Oktaven reichenden Umfang geschaffen. Der Körper des Instruments steht auf einem Gestell, die Pedale können den Klang dämpfen. Seine Saitenbespannung ist im unteren Register (D-B) dreichörig, im mittleren (c-f) vierchörig und im oberen Register (f-e3) fünfchörig. Dieses Instrument wurde zum Standardinstrument für die Unterhaltungsmusik, die in Ungarn und im Westteil Rumäniens von städtischen (später auch ländlichen) Musikensembles gespielt wurde; sehr oft wurden diese Kapellen von Roma-Musikern gebildet. Von dort aus verbreitete sich das Zymbal dann in die Slowakei (wo es zum Grundinstrument vieler Roma-Kapellen wurde [Jožka Kubík]) und nach Mähren (wo die Tradition von "Zymbal-Musikgruppen" mit Saiteninstrumenten und manchmal einer Klarinette noch immer lebendig ist), sowie nach Polen und in die Ukraine. Zur selben Zeit verwendeten ländliche Volksmusikgruppen auch ein älteres, tragbares Zymbal, das zur typischen harmonischen Begleitung für Saiteninstrumente wurde. Dieses Instrument ist in Rumänien immer noch weitverbreitet, wo es "tambal mic" genannt wird.

Dank Franz Liszt ("Ungarischer Sturmmarsch", 1876) und in der Orchesterversion seiner "Sechsten Ungarischen Rhapsodie" hat das Zymbal den Status eines Konzertinstrumentes erlangt. Die Verbindung des Instruments mit der ungarischen "Zigeunermusik" wurde von Zoltán Kodály ("Háry János", 1926), Béla Bartók ("Rhapsodie No. 1 für Violine und Orchester", 1928) und anderen ungarischen Komponisten genützt. [ The music of the Roma in Hungary ]

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Image Tárogató und Zymbal
Hackbrett spielender Rom (Siebenbürgen), 1776
Roma-Kapelle mit Hackbrett-Spieler (Burgenland [Österreich]), 1934
Kolin (Slowakei)