Ceferino Jiménez Malla – "El Pelé"

Ceferino Jiménez Malla – "El Pelé" – ist, außer vielleicht in Kirchenkreisen, noch immer eine relativ unbekannte Persönlichkeit. Erst heute wird er aufgrund seiner Seligsprechung langsam auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Sein Märtyrertum gab den Ausschlag für die Seligsprechung, die bereits sechzig Jahre nach seinem Tod, am 4. Mai 1997, erfolgte, was für die katholische Kirche etwas sehr Ungewöhnliches darstellt.

Viele Fakten, die Ceferinos Leben betreffen, sind unklar – angefangen bei seiner Geburt. Einigen Quellen zufolge wurde er im katalanischen Benavente de Segrià in der Provinz von Lérida (katalan.: Lleida; im nordöstlichen Spanien, nicht weit von der Grenze zu Frankreich) geboren. Andere Chronisten wiederum gehen davon aus, dass er in dem kleinen Dorf Alcolea de Cinca in der Nähe von Barbastro in Huesca/Aragonien auf die Welt gekommen ist. Gesichert ist, dass er der Sohn von Josefa Malla und Juan Jiménez (Spitznamen: Tichs) war. Das Jahr seiner Geburt allerdings ist umstritten.

Während einige Verwandte angeben, dass er im Jahr 1865 auf die Welt gekommen sei, geht die Fachliteratur von 1861 aus. Oft schoben fahrende Familien der Kale (spanische Roma) [Untergruppen der Roma] die Taufe ihrer Kinder bewusst hinaus, bis sie erwachsen waren, um ihre Registrierung und in deren Folge den Dienst in der Armee zu umgehen. Laut Aussagen von Zeitzeugen war es allerdings auch möglich, einen Ersatzmann zu bezahlen, um den Militärdienst zu vermeiden. Es handelte sich dabei jedoch keineswegs um kleine Geldsummen – zu jener Zeit dürften sie dem Preis für ein Haus entsprochen haben.

Die Kale reisten durch Spanien und machten in verschiedenen Städten Halt, in denen es Tiermärkte gab. [Händlerberufe] Auch Ceferinos Familie war eine fahrende Familie. Sie bestritt ihren Lebensunterhalt jedoch als Korbflechter.

Über seine Kindheit ist nicht viel bekannt. Überliefert ist nur, dass Ceferino seinen Onkel, der ebenfalls Korbflechter war, begleitete und seine Produkte in den Dörfern der Umgebung verkaufte. Die reisende Familie verbrachte den Winter gewöhnlich auf Bauernhöfen, an Plätzen, die ihnen von den Bauern zu Verfügung gestellt wurden, oder sie mieteten sich für wenige Monate ein Landhaus. Verwandte erinnern sich daran, dass Ceferino ihnen erzählte, dass er als Kind oft Hunger litt: Wenn er vom Markt heimkehrte und sah, dass aus dem Kamin Rauch aufstieg, war er schon glücklich, denn er wusste, dass er etwas zu Essen bekommen würde. Wenn er jedoch keinen Rauch erkennen konnte, bedeutete das, dass die Frauen nichts gekocht hatten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der kleine Ceferino sogar Betteln ging.

Trotz der unsicheren biographischen Daten stimmen alle darin überein, dass Ceferino nie zur Schule gegangen ist und sein ganzes Leben lang nie Lesen und Schreiben gelernt hatte. Zur Jahrhundertwende war Analphabetismus jedoch weit verbreitet – mehr als die Hälfte der Bevölkerung Europas hatte keine Grundausbildung. Umso außergewöhnlicher ist es, dass die Romni Teresa Jiménez Castro, die in Lérida geboren wurde und später Ceferinos Frau werden sollte, die Möglichkeit hatte, einige Jahre die Schule zu besuchen.

Gemäß der Roma-Tradition suchte Ceferinos Vater die Ehefrau seines Sohnes aus. Angeblich wollte Teresa Castro von dem jungen Mann zunächst nichts wissen, da sie der Ansicht war, er sei hässlich. Dennoch wurden sie und Ceferino Jiménez Malla nach unvermeidlichem "Verhandeln" im Rahmen der traditionellen Roma-Zeremonie vereint, die – obschon sie "offiziell" nicht anerkannt wurde – innerhalb der Roma-Gemeinschaft bindend war. [Bijav / Mangavipen]

Kurz nach der Eheschließung begann Ceferino, mit Eseln und Pferden zu handeln, und wurde bald zu einem wahren Meister seines Berufes. Einige seiner Arbeitswerkzeuge konnten bis zum heutigen Tag erhalten bleiben, z.B. eine Art von Schaufel zum Reinigen der Pferdehufe, bevor sie beschlagen wurden; Werkzeuge, die er benützt hatte, um die Hufe zu säubern; und Hufeisen für Mulis und Esel wurden vom Sohn von Ceferinos Freund Ferruchón dem Märtyrermuseum in Barbastro geschenkt. Ceferino war auf den Pferdemärkten sehr erfolgreich und als ehrlicher Händler bekannt. In einem Buch von Pater Fandosa liest man:

"Auf den Märkten, auf denen er mit Tieren handelte, brachte er seine beruflichen Fähigkeiten zur Perfektion, indem er geschickt jede erlaubte Methode anwandte, um neue Kunden zu gewinnen: ein guter Witz, eine gut ausgedachte Geschichte, farbenreiche Vergleiche, unschuldige Tricks. Niemals wandte er Schwindeleien oder Lügen an."

Fandosa berichtet auch davon, dass Ceferino angeblich einmal ein Pferd an einen Käufer verkaufte, der die Unzulänglichkeiten des Pferdes nicht bemerkt hatte. In jener Nacht jedoch dachte Ceferino noch einmal darüber nach, was er getan hatte, und am nächsten Morgen eilte er zu jenem Mann und erzählte ihm die ganze Wahrheit. Vielen Belegen zufolge genoss Ceferino durch solche und ähnliche Taten in der Stadt einen guten Ruf.

Das Paar blieb kinderlos. Nicht lange, nachdem Ceferinos Vater, Tichs, seine Familie verlassen hatte, starb seine Mutter. Ceferino und Teresa kümmerten sich danach nicht nur um Ceferinos jüngere Brüder und Schwestern – Chiveca, Encarnación und Felipe mit dem Spitznamen El Menino – sondern auch um Teresas Nichte Pepita. Später schrieben sie sie in eine kirchliche Schule ein, was Ceferinos Beziehung zur katholischen Kirche wahrscheinlich noch vertieft haben dürfte.

El Menino folgte dem Rat seines älteren Bruders und heiratete im Jahr 1902 eine Frau namens Alegria, nachdem ihm Ceferino abgeraten hatte, zwei andere Mädchen zu heiraten. Um die Zeit von Meninos Hochzeit hörte Ceferino auf zu reisen. Er und Teresa ließen sich in einem armen Stadtteil von Barbastro nieder. Ein Jahr später wurde Menino Vater eines Sohnes, Alfredo, und wählte Ceferino als Taufpaten aus. Da Ceferino keine eigenen Kinder hatte, galten Alfredo (und später Meninos weitere Kinder) im Sinne der Tradition als Ceferinos direkte Nachkommen.

Die Geburtsurkunde Alfredos weist eine kleine Ungenauigkeit auf: Ceferino gab bekannt, in einer Kirche geheiratet zu haben, wenngleich seine kirchliche Trauung erst im Jahr 1912, also neun Jahre später, stattfand, d.h. fast dreißig Jahre, nachdem er und Teresa nach Roma-Brauch begonnen hatten zusammenzuleben. Bei seiner wirklichen kirchlichen Trauung war Ceferino ungefähr 51 Jahre alt und seine Frau Teresa 53. Ihre Zeugen hatten offensichtlich gebeten, dass der Pfarrer die Verbote aufheben solle, um so einen Skandal oder den Spott der Bewohner von Barbastro über den Umstand, dass sie erst nach so vielen Jahren des Zusammenlebens offiziell heirateten, zu vermeiden. Die Eheschließung fand in Lérida, ungefähr sechzig Kilometer entfernt, statt.

Ceferino versammelte die Kinder der Roma-Familien, aber auch die erwachsenen Nachbarn, um ihnen die Heilige Schrift zu erklären und Gebete beizubringen. Er verstand es, Probleme zu lösen, die im Alltag der Gemeinschaft entstanden, und trug damit zu einem friedlichen Zusammenleben bei. Zeitzeugen berichten auch, dass Ceferino die Kinder mit großem Respekt behandelte und dass er mit ihnen sprach, "als ob sie Erwachsene wären". Oft brachte er Roma- und Nicht-Roma-Kinder zusammen und erntete dafür in beiden Gruppen Respekt und Bewunderung.

Ceferino dürfte stets ausgesprochen freundlich und guter Laune gewesen sein und es fiel ihm schwer, ein ernstes Gesicht zu bewahren, wenn er streng erscheinen wollte. Den Erzählungen zufolge hatte Ceferino nie Streit, weder mit einem Rom noch mit einem Gadžo (Nicht-Roma). Seine Freunde und Verwandten lobten immer seine diplomatische Fähigkeit, Streitigkeiten zu lösen, die unter den Roma entstanden. Sie erzählen, dass er, um die Gemüter zu beruhigen, jedem einen Teil des Rechts zusprach, wodurch ihn jeder mochte und respektierte.

Ceferino blieb Zeit seines Lebens seiner Identität als Rom treu [Romanipe] und immer wieder betonte er, zur Gemeinschaft der Roma zu gehören. Mit ihnen sprach er wahrscheinlich Kale, mit den Gadže Spanisch. (Spanische Roma – Kale – sprechen einen Romani-Ethnolekt des Spanischen, eine als Pararomani bezeichnete Sprache. Es handelt sich also um ein mit Romani-Ausdrücken erweitertes Spanisch. Eine weitere Pararomani-Sprache ist ein Romani-Ethnolekt des Englischen, der von den britischen Romanichels gesprochen wird.)

Ceferinos Zeitgenossen erinnern sich an seine bescheidene Art. Er war ein hilfsbereiter, fröhlicher und humorvoller Mann, dem Respekt sowohl in der Öffentlichkeit als auch in seinem Privatleben zuteil wurde.

Teresa ist als eher kleine, stämmige Frau, die große goldene Ohrringe trug, in Erinnerung geblieben. Ihr Haar war mit farbenfrohen Kämmen geschmückt. Ihre Ringe und Schals zogen die Aufmerksamkeit der Leute auf sich. Einige behaupten, sie wäre verschwenderisch gewesen. Pepe, Ferruchóns Sohn, erinnert sich daran, dass sein Vater von Ceferino einmal eine silberne Münze erhielt, die Ceferino auf der Straße vor seinem Haus gefunden hatte. Ceferino nahm an, dass die Münze einer auf ihrem Balkon stehenden Frau gehörte. Als er sie deshalb fragen wollte, gab ihm seine Frau zu verstehen, dass er die Münze behalten sollte. Darauf hin überreichte Ceferino die Münze Ferruchón mit den Worten "Ich gebe sie dir, damit dieses Problem vom Tisch ist".

Zu Ceferionos engsten Freunden zählte der gleichaltrige Nicolas Santosa de Otto Escuerda, der an der Universität von Zaragoza Zivil- und Kirchenrecht lehrte. Später wurde er Professor an den Universitäten von Murcia, in Oviedo und Barcelona. Der Beginn ihrer tiefen Freundschaft geht etwa auf das Jahr 1915 zurück, kurz nachdem Ceferino den Professor mehrere Male auf seinen Reisen durch Spanien begleitet hatte. Durch ihn lernte Ceferino viele Anwälte, Politiker, Ärzte und Geschäftsleute kennen, die zu jener Zeit die wichtigsten Männer der Stadt waren.

Nicolas Santosa de Otto Escuerda erinnert sich an Ceferino folgendermaßen: "Wenige Menschen verstehen Freundschaft, wie er es tat." Ceferino behandelte nicht nur Freunde, sondern auch Fremde mit größtem Respekt. Ferruchóns Sohn Pepe erinnert sich, wie einmal einige Leute in der Bar Luisito "guiñote" (einem regionalen Kartenspiel) die Zeit vertrieben. Nachdem die Gruppe seines Vater offensichtlich Ceferino zum Sieger erklärt hatte, reagierte dieser mit folgenden Worten: "Hier gibt es weder Gewinner noch Verlierer. Hier haben Freunde Spaß." Nie äußerte er ein scharfes Wort jenen gegenüber, mit denen er nicht einer Meinung war.

Die folgende Geschichte, die auf das Jahr 1919 zurückgeht, ist exemplarisch für Ceferinos Verhalten. Ein ehemaliger Bürgermeister, Rafael Jordán, war an Tuberkulose erkrankt und erlitt eines Tages auf seinen Reisen ins Ausland einen Anfall und Blut quoll aus seinem Mund. Trotz der großen Ansteckungsgefahr zögerte Ceferino keine Sekunde. Er nahm den ehemaligen Bürgermeister auf seinen Rücken, trug ihn heim und sprach beruhigend auf ihn ein. Für seine Tat genoss er die Bewunderung der gesamten Nachbarschaft. Jordáns Bruder Simón suchte später einmal Ceferino auf, um sich für seine Hilfe erkenntlich zu zeigen. Er bot ihm eine Reise nach Frankreich an; dort könne er billig Maultiere erwerben und sie gewinnbringend verkaufen. Kurze Zeit später machte sich Ceferino mit einer ziemlich großen Summe Geldes auf den Weg, und als der Handel vollzogen war, eilte er nach Hause zurück, nicht nur um Simón das geborgte Geld zurückzugeben, sondern auch um den Gewinn mit ihm zu teilen. Simón Jordán lehnte dieses großmütige Angebot dankbar ab.

Später kaufte Ceferino das Haus, das er bis zu jenem Zeitpunkt gemietet hatte, und errichtete einen Stall. Zeitzeugen berichten, dass er freigiebig war und häufig armen Roma Geld lieh. Er soll ihnen sogar erlaubt haben, sich aus dem Stall die Tiere zu nehmen, die ihnen am besten gefielen. Ihre Schulden konnten sie bezahlen, sobald sie die Tiere verkauft hatten – oder am Ende der Saisonarbeit, wenn sie es sich leisten konnten.

Zu Beginn der 20er Jahre kam Ceferino ins Gefängnis. Es geschah während seines Aufenthalts in El Vendrell in Katalonien, als ein gewisser Händler unter Ceferinos Mulis auch jene entdeckte, die ihm kurze Zeit zuvor auf einem Markt in einer nahe gelegenen Kleinstadt gestohlen worden waren. Ceferino wurde daraufhin verhaftet. Sofort eilte ihm sein enger Freund Nicolas Santosa de Otto Escuerda zu Hilfe. Das Urteil des Gerichts ließ keine Zweifel offen: Ein anderer hatte die Mulis vom Markt gestohlen; Ceferino hatte sie dann, ohne die geringste Ahnung zu haben, dass die Tiere gestohlen waren, gekauft. Er konnte dem Gericht sogar den Zahlungsnachweis für die Tiere vorlegen. Augenzeugen haben angemerkt, dass sie Ceferino nach seiner Rückkehr gesehen haben, wie er den Weg zur Kirche, die ungefähr 700 Meter entfernt lag, auf Knien und mit zwei Kerzen in der Hand zurücklegte, um dem Herrn zu danken.

Von jener Zeit an war er augenscheinlich noch frommer. Er ging nun nicht nur an Feier- und Sonntagen, sondern jeden Tag zur Messe. Am Beginn der 20er Jahre wurde er eingeladen, einer Bruderschaft namens Archicofradia de los Jueves Eucarísticos (Gemeinschaft der eucharistischen Donnerstage) beizutreten, der die anerkanntesten Männer der Stadt angehörten. Zu ihren Pflichten zählte es, an Donnerstagen stündlichen Anbetungen beizuwohnen.

Viele Menschen erinnern sich auch daran, dass Ceferino einen Priester bei seinen Krankenbesuchen begleitete. Er ging zu Begräbnissen und Taufen, zu denen er und seine Frau großzügige Geschenke mitbrachten. Oft besuchte er kranke Menschen im örtlichen Armenhaus, um mit ihnen zu beten.

Er bemühte sich, seine Mitgliedschaft in der karitativen Vinzenz-Gemeinschaft geheim zu halten und leistete seinen Beitrag anonym. Er wollte niemanden beschämen und gab besonnen Almosen: einmal Milch für die Mutter eines Kindes, ein anderes Mal Kleider oder Essen für Landstreicher.

Im Dezember 1922 starb Ceferinos Frau Teresa. Acht Monate später heiratete ihre Nichte Pepita, die mit ihrem Ehemann aber auch nach der Hochzeit im Haus ihres Onkels blieb. Ceferino hing sehr an ihren Kindern und verbrachte sehr viel Zeit mit ihnen.

Nach dem Tod seiner Frau wurde er frommer denn je. In diesen Jahren trat Ceferino dem dritten Bußorden in der Pfarre des heiligen Franziskus von Assisi bei. Aus dieser Zeit wird auch die Geschichte erzählt, dass Ceferino den Bischof der örtlichen Diözese, Emilio Jiménez, auf der Straße erblickte. Ceferino grüßte ihn sofort und küsste ehrfürchtig seinen Ring. Die beiden Männer kannten einander sehr gut und wechselten ein paar freundliche Worte miteinander. Plötzlich näherte sich den beiden ein Piaristen-Priester, der ebenfalls Jiménez hieß, und scherzte, dass doch jemand nach einem Fotografen schicken solle, um die drei frommsten Männer namens Jiménez zu verewigen.

Als er älter wurde, ging er noch öfter zur Familie de Otto, wo immer ein Raum und ein gedeckter Tisch für ihn bereitstanden. Die Kinder behandelten ihn wie ein Mitglied der Familie und erinnerten sich immer mit Liebe an die Geschichten und Legenden, die ihnen Ceferino erzählte, wenn sie zu Bett gingen. Pepitas Kinder behielten auch die farbenfrohen Geschichten über die Heiligen in Erinnerung, die der spanischen Literatur und ihren Legenden entnommen waren. Ceferino, der selbst nicht lesen konnte, kannte sie wahrscheinlich von den Theateraufführungen der fahrenden Roma, die sich mit ihren Stücken etwas dazuverdienten.

Als die republikanische Volksfront 1936 die spanischen Wahlen gewann, reagierten die antidemokratischen Kräfte des Landes mit dem Putsch der klerikal-faschistischen Militärs unter General Franco. Auch die katholische Kirche stellte sich auf die Seite des Militärputsches gegen die demokratisch gewählte Regierung. Die Haltung der Kirche hatte zur Folge, dass es im Zuge des grausamen Bürgerkrieges auch zu Übergriffen gegen Vertreter der Kirche kam. Nach der Wahlniederlage der rechten Parteien im Februar 1936 spitzte sich auch in Barbastro die Lage zu. Der neue Bischof hatte bereits Probleme mit seiner Nachfolge und bald verbot der Bürgermeister das Läuten der Kirchenglocken. Die Leute aus der Stadt erinnern sich, dass es gefährlich war, sich frei auf den Straßen zu bewegen, und dass an jenem Tag – am 19. Juli – sowohl Pepita als auch die Familie de Otto Ceferino davon abhalten wollten, in die Stadt zu gehen. Pepitas älteste Tochter erinnert sich:

"Ceferino saß vor dem Haus und ich saß neben ihm. Ein weiterer Rom war auch da. Wir waren froh, dass das Wetter draußen etwas abgekühlt hatte. Von einem Moment auf den anderen fragte er nach einer Zigarette und ging weg."

Ceferino wollte wissen, was in der Stadt los war, und als er sah, dass Soldaten einen Priester verhafteten, bat er inständig für ihn. Die Soldaten stürzten sich auf Ceferino, schlugen ihn mit ihren Fäusten und als sie ein Taschenmesser und einen Rosenkranz in seiner Tasche fanden, reichte dies, um auch ihn zu verhaften und ihn mit ins örtliche Kloster zu bringen, das in ein Gefängnis umgewandelt worden war. Er wurde mit weiteren 350 Menschen eingesperrt.

Ein junges anarchistisches Mitglied des revolutionären Komitees, Eugenio Sapena, kannte Ceferino und besuchte ihn. Bei einem Versuch, ihm weiteres Leid zu ersparen, redete Sapena auf Ceferino ein, sich seinen Rosenkranz doch abnehmen zu lassen. Er sagte, sie würden ihn dann gehen lassen. Ceferino jedoch weigerte sich und begann, wie Zeugen später berichteten, noch intensiver zu beten. Er verbrachte weitere zwei Wochen in der Zelle. Am frühen Morgen des 9. August 1936 wurde er mit weiteren neunzehn Gefangenen in einem Lastwagen zum Friedhof gebracht.

Der Fahrer behauptete später, dass Ceferino, der zu jener Zeit ungefähr 75 Jahre alt war, immer wieder ausgerufen hätte: "Lang lebe Jesus, der König!" Danach stellten sie die Gefangenen an die Friedhofsmauer und erschossen sie. Mit seinen Händen umklammerte Ceferino seinen Rosenkranz.

40.000 Verehrer waren bei den Feierlichkeiten am 4. Mai 1997 anwesend, als Papst Johannes Paul II. Ceferino Jiménez Malla selig sprach. In seiner Predigt meinte der Papst: "Der selige Ceferino Jiménez Malla säte Verständnis und Solidarität bei den Roma. Bei Konflikten trat er als Vermittler auf und stärkte die Beziehungen zwischen Roma und Nicht-Roma." Der Papst erinnerte die Roma, die in großer Zahl aus der ganzen Welt zur Zeremonie gekommen waren, "dass es notwendig ist, alte Vorurteile beizulegen, die euch durch verschiedene Formen der Diskriminierung und unerwünschten Ausgrenzung Leid zufügen ...".

Im Jahr 1999 erstellte MENT, eine NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) mit Sitz in Prag, deren Projekte die Ausbildung von Roma-Kindern umfassen, mit Hilfe der Herausgeber der Zeitschrift "Romano Džaniben" ein Kompendium mit Kurzinformationen über zehn Roma-Persönlichkeiten aus verschiedenen Ländern Europas. Die Persönlichkeiten sollten nicht nur als positives Beispiel für Roma-Kinder dienen, sondern auch bei den tschechischen Gadže-Kindern ein Bewusstsein für die Geschichte und die Kultur der Roma schaffen. Neben Matéo Maximoff, den Schwestern Katarina und Rosa Taikon, Bronislawa Wajs (Papusza), Django Reinhardt und anderen erwähnt die Sammlung auch Ceferino Jiménez Malla – "El Pelé". Die Texte in Rombase sind eine ausführliche Version dieser Sammlung.

Literatur

Fandosa, Ángel M. (1973) Un Gitano con madera de Santo. Barcelona.
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Ceferino Jiménez Malla – "El Pelé" (1861?-1936)