Ruža Nikolić-Lakatos

Die Lovarica Ruža Nikolić-Lakatos wurde 1945 geboren und wuchs in Pápa, einer Kleinstadt in der Nähe von Győr, auf. Im Zuge des Ungarn-Aufstandes 1956 flüchtete die Familie Lakatos nach Österreich. Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Flüchtlingslager in Tirol beschlossen sie, zu Verwandten nach Wien zu ziehen. Es ergab sich die Möglichkeit, einen Wohnwagen am Ringelseeplatz zu mieten, der damals als Wohnstätte vieler ungarischer, aber auch österreichischer Roma diente. Dort lernte sie ihren späteren Mann Mišo Nikolić kennen. Zusammen mit ihren Söhnen Mischa und Sascha bilden sie heute das Ensemble "Ruža Nikolić-Lakatos and The Gypsy Family", eine weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannte Roma-Band. Und Ruža wurde zur berühmtesten Roma-Sängerin des Landes, die ihren großen Bekanntheitsgrad für die Anliegen der Roma nützt. Als deren "Botschafterin" möchte Ruža mit ihrem musikalischen Repertoire Bewusstsein für ihr Volk schaffen und das traditionelle Liedgut der Lovara an junge Generationen weitergeben.

Diese biographischen Eckdaten lassen bereits erkennen, wie ereignisreich das Leben der Sängerin Ruža Nikolić-Lakatos verlief. Dass Ruža überhaupt das Licht der Welt erblicken konnte, ist nur der Verkettung einer Reihe von glücklichen Umständen zu verdanken. In einem Interview, das Christa Stippinger 1993 mit ihr führte, gibt Ruža Nikolić-Lakatos selbst Auskunft über diese Zeit (Hemetek, 1994):

"In der Hitlerzeit, das war furchtbar für uns Zigeuner. Meine Mutter war mit mir in anderen Umständen, 1945, da hat sie jemand rausgeholt aus dem Transport mit meinen Brüdern. Sie war schon auf dem Transport mit meinen Brüdern. 1945 bin ich auf die Welt gekommen. Der älteste Bruder ist aus dem fahrenden Zug herausgesprungen mit einem Nachbarn von uns, einem Zigeuner. Der ist umgekommen bei dem Sprung, aber mein Bruder ist, Gott sei Dank, mit einer gebrochenen Hand davongekommen. (...) Mein Vater hat viel mitgemacht, der war im Lager. Wie er vom Lager mit mehreren weggelaufen ist, hat er sich überall versteckt. Sie haben gegessen, was sie auf den Feldern gefunden haben. Eine Frau und ein Mann haben ihn aufgenommen und aufgepäppelt. Wochenlang war er sehr krank. (...)"

Im Unterschied zu ihren Vorfahren, die, wie die meisten Lovara, als nomadisierende Pferdehändler tätig waren, war die Familie Lakatos nach dem Krieg sesshaft und lebte in einer kleinen Wohnung in einer Roma-Siedlung in Pápa. [Geschichte der Vlach-Roma] Dem Beruf des Pferdehändlers waren der Vater und der Onkel von Ruža jedoch treu geblieben. Auf den zahlreichen Märkten in der Umgebung von Pápa kauften und verkauften sie Pferde. Ruža Nikolić-Lakatos beschreibt ihre Kindheit als wunderschön, die Verhältnisse waren jedoch äußerst bescheiden. In der kleinen Zimmer-Küche-Wohnung war kaum genügend Platz für die eigene Familie – durch die ausgeprägte Gastfreundschaft der Lovara kam es dennoch immer wieder vor, dass auch befreundete Familien, denen es noch schlechter ging, aufgenommen wurden. Betten standen nur wenige zur Verfügung, meistens musste man mit Stroh Vorlieb nehmen.

Ruža wuchs in einer traditionellen Lovara-Familie auf. Die verschiedenen Bräuche, die mündliche Erzählkultur und vor allem Musik und Tanz bildeten einen zentralen Bestandteil des Alltagslebens. Ružas Vater erlangte als Erzähler lokale Berühmtheit und zog die Kinder und Jugendlichen der ganzen Umgebung an, wenn er am Abend – vor allem im Winter – die von Generation zu Generation überlieferten Märchen vortrug. Getanzt und musiziert wurde, sobald sich die Gelegenheit bot. Alle Familienmitglieder waren außerordentlich musikalisch. Ruža und ihren Bruder Fasoš zeichnete jedoch ein besonderes Talent aus.

"Wenn meine Brüder angefangen haben, dann haben wir gesungen und getanzt. Jeder wollte zeigen, wer besser tanzt. Das war das Schönste, direkt ein Wettbewerb. Mein Bruder Fasoš war unschlagbar als Tänzer bei den Roma, er hat den ersten Preis gewonnen in Csatka. Das ist der berühmte Ort, wo die Muttergottes erscheint. (...) Am Lagerfeuer haben sie immer Wettbewerbe gemacht im Tanzen. (...) Er hat gesungen, mein Bruder, er hat eine gute Stimme gehabt. Dann hat ein anderer ihn begleitet mit dem Mundbass. Und wenn sie langsame Lieder gesungen haben, ohne Beleitung, haben ein paar Leute geholfen, so wie ein Chor. Geigen hat es schon gegeben, aber nicht bei unseren Zigeunern. Bei uns ist in der Familie die traditionelle Lovara-Musik gespielt worden. (...)"

Was für junge Männer möglich war – die unaufgeforderte musikalische oder tänzerische Darbietung –, galt und gilt in traditionellen Lovara-Gemeinschaften bisweilen bis heute nicht für Frauen und Mädchen. Es ist üblich, dass der Vater des Mädchens oder, dann später, der Mann der Frau gebeten werden, ihr Kind oder ihre Frau zum Singen und Tanzen aufzufordern, um ihnen paćiv (Ehre) zu geben und jekh vorba (ein Wort) an sie zu richten.

Singen bedeutet, im Mittelpunkt zu stehen und die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es ist eine Ehre und steht nicht jedem zu. Eine Frau, die von sich aus die Entscheidung dazu trifft, begeht einen Tabubruch. Im Rahmen von Feierlichkeiten und Festen warten jedoch zumeist auch die Männer darauf, zum Singen und Tanzen aufgefordert zu werden. Sie weigern sich zuerst, argumentieren mit Heiserkeit oder mangelndem Talent, bis sie sich nach mehrmaligem Ersuchen dann doch dazu bereit erklären.

Ruža erzählt, dass ihr Vater sie einmal als kleines Mädchen während eines Familienfestes völlig unerwartet bat, für die anwesenden Gäste zu singen. Dem Vater war das außergewöhnliche Talent seiner Tochter aufgefallen, als er sie bei der Hausarbeit einmal singen hörte. Seit dieser Zeit war Ruža als Sängerin anerkannt und trat, so oft sich die Gelegenheit ergab, auf.

Die Funktion der traditionellen Lovara-Lieder [Musik der Vlach-Roma] liegt sowohl in der musikalischen Umrahmung von Festen als auch in der alltäglichen Unterhaltung innerhalb der Großfamilie. Unterschieden werden sie in loke bzw. mesaljake gjila (langsame bzw. Tischlieder) und khelimaske gjila (Tanzlieder). Die langsamen Lieder sind textbetont und werden eher von Frauen dargeboten. Die Tanzlieder, in denen Alltagsgegenstände wie Kochlöffel, Wassergefäße oder Kannen als Rhythmusinstrumente verwendet werden, sind zumeist die Domäne der Männer. Obwohl Ruža Nikolić-Lakatos bis heute immer wieder auch Tanzlieder singt, betrachtet sie die Tischlieder als jene Gattung, die ihr am meisten entspricht.

Als Ruža elf Jahre alt war, kam es zum Ungarn-Aufstand (1). Wie Tausende andere Ungarn entschloss sich auch die Familie Lakatos, die für kurze Zeit offenen Grenzen zu nützen und nach Österreich zu emigrieren.

"Wir sind damals, wie der Aufstand war, 1956, aus Ungarn nach Österreich gekommen. Vor uns ist mein ältester Bruder weg mit seiner Frau, dann sind die anderen Brüder gekommen mit meiner Schwester und dann ich mit meiner Mutter. Vorher haben sie die ganzen Zigeunermänner auf die Polizeistation mitgenommen, weil sie damals bei dem Aufstand mitgemacht haben. Wir haben schon gedacht, die werden alle erschossen. Mein Vater hat gedacht, vielleicht bringen sie uns um wie in der Hitlerzeit, und so sind wir über die Grenze. Wir waren politische Flüchtlinge, wir sind als solche hier anerkannt worden. (...) Wie wir über die Grenze gekommen sind, weiß ich nur, dass uns Leute empfangen haben. Sie haben Essen ausgeteilt und uns Kleider gegeben. Wir sind zu Fuß über die Grenze und haben nicht viel mitgemacht. Die Grenze war damals noch offen. Wir, das waren meine Eltern, die Nichte und ich. Die Nichte war zwei Jahre alt. Mit Autobussen sind wir dann in ein Lager gekommen. Wir haben meine Brüder gesucht. In Eisenstadt haben wir dann meine Brüder getroffen, und dann sind wir zusammen gewesen, und so haben wir gehört, dass wir in Wien Familie haben. Als Nächstes kamen wir in ein Barackenlager für Flüchtlinge in Wörgl (Tirol). Die Leute haben uns jeden Tag was gebracht, und die Kinder haben sie zum Essen mitgenommen. Alle waren behilflich. (...) So sind wir von Wörgl dann wieder zurück, und die Tante in Wien hat uns aufgenommen, im 21. Bezirk."

Die Familie Lakatos bezog einen Wohnwagen am Ringelseeplatz. "Auf dem Platz im 21. Bezirk, wo der Wohnwagen gestanden ist, waren lauter Zigeuner. Wir waren alle Freunde. (...) Das war eine schöne Zeit, trotz allem. Das Leben dort war arm, aber glücklich."

Ruža Lakatos lernte dort ihren späteren Mann Mišo Nikolić kennen. Sie wurde schwanger, doch Mišo musste zurück nach Jugoslawien, weil er nur eine befristete Aufenthaltsgenehmigung hatte. Wieder waren es die politischen Umstände jener Zeit, die das ohnehin schon nicht einfache Leben zusätzlich erschwerten. Mišo Nikolić wurde zum Militär einberufen und durfte nicht mehr ausreisen. Er schaffte es jedoch, über die Grenze nach Italien zu fliehen. Über Frankreich und Belgien gelangte er dann nach Deutschland, wo er Aufnahme in einem Flüchtlingslager fand. Mit ihrem bereits sechs Monate alten Kind zog Ruža zu ihrem Mann. Bald darauf fand Mišo Nikolić Arbeit und das Leben der jungen Familie begann sich zu stabilisieren.

Die Zeit der Trennung von ihrem Mann ist Ruža als in vielerlei Hinsicht belastend in Erinnerung. In der traditionellen Lovara-Gemeinschaft wurde die Schwangerschaft Ružas als schwerwiegende Schande (Ladž) für die ganze Familie betrachtet. Hinzu kam, dass sich beide Familien gegen die Heirat sträubten und die Partner ihrer Kinder nicht akzeptieren wollten.

"Wir sind trotz so vieler Schwierigkeiten zusammen geblieben. Heute bin ich hoch angesehen bei allen Leuten. Wir haben alles erlebt, Schlechtes und Gutes."

Die junge Familie Nikolić-Lakatos blieb vorerst in Deutschland und schloss sich einer Gruppe von Kalderaš an, die als Teppichverkäufer tätig war. [Händlerberufe]

"Wir sind mit den Kelderara (Anm.: Kalderaš) in Deutschland von Stadt zu Stadt gefahren. [Untergruppen der Roma] Sie haben alle Wohnwagen gehabt und wir nur ein Zelt. Und immer haben wir auf den Campingplätzen übernachtet. Und einmal hat es geregnet und meine Tochter war noch klein. Ich hab sie noch gestillt. Es war mir so weh ums Herz, weil ich gesehen hab', die drinnen im Wagen können was Warmes kochen und haben es trocken. Da hab ich mir gedacht, wir sind eigentlich die Armseligsten unter denen. Aber trotzdem waren wir für die wie Könige. Mein Mann war für sie der Wegweiser und ich die Lovarica, die Sängerin."

Nachdem Ruža und ihr Mann genügend Geld gespart hatten, gingen sie zurück nach Österreich und kauften ein Haus bei Wien. An öffentliche Konzerte, noch dazu vor Nicht-Roma-Publikum, dachte sie damals jedoch noch nicht. Ihre Gesangskunst blieb weiterhin auf das private Umfeld beschränkt.

Der Wendepunkt im Leben der Sängerin Ruža Nikolić-Lakatos war ein Treffen mit der Musikethnologin Ursula Hemetek. Sie hatte von Mozes Heinschink bereits viel über das außergewöhnliche Talent und Repertoire der jungen österreichischen Lovarica gehört und wollte sie überreden, an einer öffentlichen Veranstaltung teilzunehmen und ein oder zwei traditionelle Lieder vorzutragen. Ruža lehnte ab, besuchte jedoch zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern das Konzert. Mišo Nikolić beschreibt in seiner Autobiographie "Landfahrer" diesen für die ganze Familie einschneidenden Konzertabend:

"Die Veranstaltung begann (...). Da ich zwei oder drei Krügerl Bier getrunken hatte, bekam ich Mut und sagte zu Ruža, dass sie noch besser singen kann und deswegen soll sie auch singen jetzt, nur zwei Lieder, ein langsames und ein schnelles, zu dem ihr Bruder und ihre Cousine tanzen könnten. Ruža lehnte noch immer ab, aber ich bestand darauf, und schließlich ging sie doch zu Frau Uschi und sagte ihr, dass sie bereit sei, etwas zu singen. Diese war froh darüber (...). "Meine Damen und Herren, und jetzt kommt noch die Frau Ruža, die ein oder zwei Lieder für uns singen wird!" So gingen wir zur Bühne, ich nahm die elektrische Gitarre und Ruža das Mikrofon. (...) Als das Lied zu Ende war, tobte das Publikum. Die klatschten mit den Händen und trampelten mit den Füßen und verlangten von Ruža schreiend eine Zugabe. (...) An diesem Tag fingen wir an, auch für Nicht-Roma zu singen und zu spielen. Ich und meine drei Söhne Johni, Sascha und Mischa begleiten Ruža auf der Gitarre. (...) Wir merkten, dass den Leuten unsere traditionelle Musik gefiel. Vor und nach den Auftritten kamen sie zu uns, redeten mit uns und stellten uns viele Fragen über unsere Kultur und unsere Tradition."

Seit dieser Zeit traten Ruža und ihre Familie immer regelmäßiger bei Veranstaltungen und Festivals auf. Ruža konnte dabei auf eine große Anzahl traditioneller Lovara-Lieder zurückgreifen, die sie seit ihrer Kindheit immer wieder gesungen hatte und die zu einem selbstverständlichen Teil ihres Lebens geworden waren. Die Schönheit dieser Tisch- und Tanzlieder sowie die Authentizität, mit der sie vorgetragen und interpretiert wurden, begeisterten das Gadže-Publikum. Im Laufe der Zeit nahmen Ruža und ihre Familie eine dritte Liedgattung in ihr Repertoire auf – neve gjila (neue Lieder) genannt. [Musik der Vlach-Roma] Diese Eigenkompositionen vereinen traditionelle Elemente mit modernen musikalischen Einflüssen wie Jazz oder lateinamerikanischen Versatzstücken. Mitte der 90er Jahre wurden die ersten CDs veröffentlicht ("Gelem, Gelem", "Rusza Shej") und anschließende Konzertreisen führten sie bis in den asiatischen Raum.

"Ruža Nikolić-Lakatos and The Gypsy Family" sind heute das bekannteste Roma-Ensemble Österreichs und Freunden der Roma-Musik in ganz Europa ein Begriff. Sie schaffen mit ihrer Musik und ihrem Bekanntheitsgrad Bewusstsein für die Roma und tragen darüber hinaus wesentlich dazu bei, dass das traditionelle Lovara-Liedgut nicht in Vergessenheit gerät. Vor allem aber erfreuen sie das Publikum mit ihrer wunderschönen Musik.

"So ist meine Frau Ruža zu einer Botschafterin unseres Volkes geworden. Mit ihrer Stimme fasziniert sie das Publikum, sie strahlt aus von der Bühne und beschenkt jeden Zuhörer mit ihren Liedern. Sa ande tumari paćiv! "Euch zu Ehren!"" (Mišo Nikolić)

1 Die reformorientierten Kommunisten unter Ministerpräsident Imre Nagy versuchten, innenpolitische Reformen durchzusetzen und sich gleichzeitig vom Warschauer Pakt abzuwenden. Imre Nagy wurde abgesetzt, und der Aufstand wurde von sowjetischen Truppen blutig niedergeschlagen; 3.000 Zivilisten starben. Die Sowjets nahmen Imre Nagy gefangen und ließen ihn zwei Jahre später hinrichten. Neuer Ministerpräsident wurde János Kádár, der einen streng Moskau-treuen Kurs einschlug und eine Säuberungswelle in Gang setzte. Die weitere politische Entwicklung war vorprogrammiert und verhieß – gerade für Roma – Unterdrückung und Assimilierung.

Literatur

Cech, Petra / Fennesz-Juhasz, Christiane / Heinschink, Mozes F. (eds.) (1999) Lovarenge paramici taj tekstura anda Österreich. Texte österreichischer Lovara. Arbeitsbericht 2 des Projekts Kodifizierung der Romanes-Variante der österreichischen Lovara, Graz.
Cech, Petra / Fennesz-Juhasz, Christiane / Halwachs, Dieter W. / Heinschink, Mozes F. (eds.) (2001) Fern von uns im Traum ... / Te na dikhas sunende ... Märchen, Erzählungen und Lieder der Lovara, Klagenfurt.
Hemetek, Ursula (ed.) (1994) Amare ģila – Unsere Lieder. Ruža Nikolić-Lakatos. Beiheft zur gleichnamigen CD (= Tondokumente zur Volksmusik in Österreich, Vol. 4, Romamusik 1), RST-91571-2, Wien.
Nikolić, Mišo (1997) "... und dann zogen wir weiter". Lebenslinien einer Romafamilie, Klagenfurt.
Nikolić, Mišo (2000) Landfahrer. Auf den Wegen eines Rom, Klagenfurt.
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Image Phurdel bajval, phurdel – Es bläst der Wind
Ruža Nikolić-Lakatos (Mariazell [Stmk.]/Österreich), 2001